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Tandem-Botschaften an Europa

Es geht nur gemeinsam - Projekt "Tandem-Hilfen" sorgte in 9 Ländern für Begeisterung und Pressewirbel.



Auf der 3.000-km-Tandem-Tour von Berlin nach Athen übergaben die Initiatoren des Projektes „Tandem-Hilfen“ an Blinden- und Sehbehindertenverbände Hilfsmittel für Sport und Freizeit sowie für Bildung und Beruf in einem Gesamtwert von 25.000 €.
19 Förderer und Sponsoren hatten die Idee von Tandem-Hilfen zu ihrem eigenen Anliegen gemacht, sodass diese mehr als symbolische Unterstützung möglich wurde. Tandems, Bildschirmlesegeräte, Blindenschrift-Schreibmaschinen, mobile Braille-Lesesysteme, Aufnahmegeräte für Hörbüchereien, sprechende Haushaltshilfen, tastbare und sprechende Uhren sowie taktile Spiele kommen blinden und sehbehinderten Menschen in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien und Griechenland zugute.

Die Idee zu diesem nicht alltäglichen Hilfsprojekt hatte Dr. Thomas Nicolai, stark sehbehinderter Journalist in Berlin (54): „Wir wollten zeigen, dass wir als sehbehinderte und blinde Radfahrer mit unseren sehenden Piloten auf dem Tandem zu anspruchswollen sportlichen Leistungen fähig sind. Wir haben die 3.000 km bei Hitze und trotz der vielen Bergetappen geschafft und hatten neben der Anstrengung viel Spaß“, meint der Initiator. Ehefrau und Pilotin Ilona fügt hinzu: „Überall an der Strecke rief man uns freundliche Worte zu, das spürte man, auch wenn man die Sprache nicht verstand.“
Jutta (blind) und Albert Balzert aus Witten, die Besatzung des zweiten Tandems, hatten an den Bergen immer die Nase vorn: „Wenn wir unseren Rhythmus gefunden haben, dann ziehen wir durch“, bekennt Albert (57), der als Triathlet auch zu Hause täglich im Training steht.
Jutta freut sich schon auf ein Wiedersehen mit Tandemfreunden aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn. „Dank der Finanzierung durch die Elisabeth und Bernhard Weik-Stiftung konnten wir in diesen Ländern Tandems der Firma Zwei plus zwei übergeben und die Sportfreunde gleichzeitig zu den Veranstaltungen der Stiftung in München und in Langenfeld einladen. Das wurde natürlich begeistert angenommen. Ich finde es sehr schön, dass wir auf diese Weise ein bisschen dazu beitragen konnten, das Tandemfahren blinder und sehbehinderter Menschen in Europa zu fördern.“
Eine erfreulich neue Erfahrung ist es für die beiden Tandem-Teams, dass sie mit ihren Zwei plus Zwei-Räder nach 2.000 Trainings- und 3.000 Tour-Kilometern nicht eine einzige Panne hatten. Und auch die Rohloff-Schaltung sowie die wetterfesten Radtaschen von ORTLIEB haben den Dauertest mit der Bestnote bestanden.
Unter dem Markenzeichen Tandem-Hilfen wird es weitere Projekte geben. Für das Jahr 2005 ist das 1. Internationale Tandem-Camp in Deutschland geplant; und Tandem-Hilfen rechnet damit, dass auch dieses privat organisierte Projekt wieder Unterstützung durch Förderer und Sponsoren findet.