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BERLIN-ATHEN   1. INTERNATIONALES TANDEM-CAMP   BERLIN-ST.PETERSBURG 2006  
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Ziele

Dr. Thomas Nicolai (Jahrgang 1950, Journalist, Initiator von Tandem-Hilfen, stark sehbehindert):
Tandem-Hilfen, das gehört inzwischen zu meinem Leben. Die Athen-Tour 2004 hat mich darin bestärkt, dass es möglich und notwendig ist, sich für andere einzusetzen. Wenn wir ein wenig dazu beitragen können, die Bildungschancen blinder und sehbehinderter Kinder zu verbessern, haben sich die vielen Stunden der Vorbereitung gelohnt. Und wieder einmal 4 Wochen lang täglich Tandem-Fahren - darauf freue ich mich schon sehr. 

Ilona Nicolai (Jahrgang 1956, Sekretärin):
Wir spenden dem Projekt sehr viel Zeit, aber das ist doch wenigstens etwas Sinnvolles. Ich glaube, die Förderer und Sponsoren von Tandem-Hilfen sehen das auch so. Ohne sie könnten wir das Vorhaben ja auch nicht realisieren. Wir werden wieder viele Menschen kennen lernen. Darauf freue ich mich sehr. 

Albert Balzert (Jahrgang 1947, Angestellter):
Ich hatte schon geahnt, dass wir unsere Urlaubstour wieder mit einem Projekt verbinden werden. Und das finde ich gut. Wäre ja schön, wenn wir wieder ohne Panne ans Ziel kommen würden, aber das Nötigste an Ersatzteilen haben wir dabei. Gespannt bin ich auf die Straßenführung. Wir wollen ja möglichst in der Nähe der Ostseeküste bleiben.  

Jutta Balzert (Jahrgang 1955, Telefonistin, blind):
Diesmal haben wir kein Begleitfahrzeug dabei, also alles in die Radtaschen und in zwei Anhänger. Die Strecke wird ja größtenteils recht flach sein. Mal sehen, aus welcher Richtung der Wind weht. Ich finde es gut, im Urlaub aktiv zu sein und noch dazu anderen helfen zu können.

Brunhillde Rüdiger (Jahrgang 63, Altenpflegerin):
Rad fahre ich schon immer sehr gern, aber noch nie solch lange Strecken. Und mit dem Tandem haben wir uns erst in letzter Zeit angefreundet. Deshalb ist die Tour von Berlin nach St.Petersburg in jeder Hinsicht eine große Herausforderung für mich.

Olaf Rüdiger (Jahrgang 65, Hauswirtschaftskraft und Hobbyschlagersänger):
Angesteckt von der Athentour 2004 habe ich das Tandemfahren für mich entdeckt und freue mich wahnsinnig auf dieses Abenteuer. Die Möglichkeit ein Tandem von Berlin nach St. Petersburg zu radeln und dazu noch für einen guten Zweck reizt mich sehr. Das Tandem bekommt dann die dortige Blindenschule. 

Mona Ambelang (Jahrgang 1958, Altenpflegerin):
Das humanitäre Anliegen dieser Tour entspricht meinen Vorstellungen von aktiver Hilfe, und deshalb bin ich sofort miteingestiegen. Außerdem finde ich, daß Radfahren einfach Spaß macht.

Norbert Ambelang (Jahrgang 1958, Elektroingenieur):
Ich freue mich darauf, gerade die baltischen Staaten per Tandem zu entdecken – diese Region ist ja noch etwas wie ein Heheimtipp. Die Reise mit einem guten Zweck zu verbinden, betrachte ich als sehr motivierend. Die Länge der Tour ist für mich eine körperliche Herausforderung, die eine intensive Vorbereitung erfordert.

Helga Liedke (Jahrgang 1953, Juristin, nicht berufstätig, blind):
Schade, dass wir nur bis Gdansk  mitfahren können, weil wir dann wieder zu Hause sein müssen. Aber auch das ist eine Herausforderung und ein gutes Gefühl, bei einem Hilfsprojekt mitzumachen. Die 100 km pro Tag machen mir keine Angst, denn wir fahren sehr oft Tandem.

Rupert Liedke (Jahrgang 1957, Verkaufshilfe im Einzelhandel):
Wenn sich eine solch tolle Gelegenheit ergibt, den Spaß am Radfahren mit einer hilfreichen Aktion zu verbinden, bin ich gern dabei. Ich denke das unterstützende Hilfe in den Ländern auf dem Weg nach St. Petersburg sehr willkommen ist.


Eine Stammmannschaft von vier Tandems (jeweils stark sehbehinderte bzw. blinde Mitfahrer und sehende Piloten) fährt von Mitte Juni bis Mitte Juli 2006 von Berlin nach St. Petersburg.

Auf dieser Tour will Tandem-Hilfen mit Unterstützung durch Förderer und Sponsoren

  • Hilfsmittel – insbesondere zur Ausstattung von Schulen und Medienzentren für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche – zur Verfügung stellen, die modernen Standards gerecht werden und damit die Bildungschancen von Menschen mit Sehproblemen verbessern (Bildschirmlesegeräte, Computerarbeitsplätze mit Spezialeinrichtungen für Blinde und Sehbehinderte, Ausstattungen für Tonstudios,

  • Tandems übergeben, mit dem Ziel, den Tandem-Sport gerade unter jungen Leuten in den durchfahrenen Ländern zu fördern,

  • Kontakte für künftige gemeinsame Aktionen herstellen, die das gegenseitige Verstehen im zusammenwachsenden Europa fördern,

  • andere anregen, mit ähnlichen Projekten einen persönlichen Beitrag im Sinne von Solidarität, Integration und Völkerverständigung zu leisten.

Anlass für das Hilfeprojekt ist das Jubiläum „200 Jahre Blindenbildung in Deutschland“.
Mit der Tour über rund 2.200 Kilometer will Tandem-Hilfen die Bildungsmöglichkeiten für Blinde und Sehbehinderte in den durchfahrenen Ländern - Polen, Litauen, Lettland, Estland
und Russland - unterstützen. Es wird daran erinnert, dass der Franzose Valentin Haüy, als er
auf dem Weg nach St. Petersburg war, um dort eine blindenschule zu gründen, maßgeblichen Einfluss darauf nahm, dass der preußische König Friedrich Wilhelm III  Johann August Zeune 1806 beauftragte, in Berlin ein Blindeninstitut einzurichten.